Blog – Open-Source-Lösungen für Print-Mailings, Teil 1

Integration in andere Systeme

Außerdem ist es wichtig, dass die Integration in andere Systeme wie Webinar-Programme oder die Vertriebs-Software (Customer Relationship Management, CRM) möglich ist. Vor allem aber können die bereits erwähnten logischen Verknüpfungen hergestellt werden. In der Praxis könnte das so aussehen: 

  • „Wenn der Besucher auf der Website schon dreimal im Bereich Baumarkt war, aber nie kauft, dann zeige ihm einen Baumarkt-Gutschein an!“
  • „Bitte die Photovoltaik-Interessentin bei der Benutzung des Konfigurators um ihre E-Mail-Adresse für weitere Infos. Sende dann zu günstigen Zeitpunkten passende weitere E-Mails mit Call-To-Action und frage dabei auch nach der Telefonnummer!“
  • „Wenn ein Benutzer großes Interesse an der Kreuzfahrt zeigt, aber nicht online kauft, dann gib diesen Lead an das Vertriebsteam!“

Das Open-Source-Produkt Mautic wird mittlerweile von mehr als 200.000 Unternehmen verwendet, rund 1.000 Entwickler sind an dem Projekt beteiligt. Wie bei Open-Source-Angeboten sehr verbreitet, gibt es eine kommerzielle Firma (Acquia), die die Rechte hält und eine kommerzielle Version als SaaS Cloud-Lösung (Software as a Service, das heißt, die Software wird von einem externen Dienstleister betrieben und vom Kunden als Dienstleistung genutzt) anbietet.

 

Angetrieben und gesteuert wird das Produkt jedoch durch eine weltweite Community unabhängiger Entwickler und Anwender, die zum Großteil selbst Services rund um Mautic anbieten. So haben die Nutzer nicht nur die Möglichkeit, die Software kostenfrei herunterzuladen und selbstgehostet zu verwenden, sondern auch eine breite Auswahl an Dienstleistern von Hosting- und SaaS-Anbietern bis hin zu Training, Consulting und Support.

 

Von Social Media bis Print-Mailing

Damit wird Marketing-Automation auch für KMU interessant, die sich sonst nur zögerlich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Schließlich können sie damit Bereiche ihres Marketings automatisieren, ohne hohe finanzielle Investitionen zu tätigen oder sich längerfristig an bestimmte Unternehmen zu binden. Für größere Organisationen kommen Aspekte wie gute Integrierbarkeit und das Thema Datenhoheit hinzu. 

 

Worauf müssen Unternehmen achten, bevor sie sich für eine Lösung entscheiden? Klar muss sein, in welchen Bereichen diese zum Einsatz kommen soll  - heute und auch morgen. Geht es um die Automatisierung des E-Mail-Marketings oder um eine ganze Omni-Channel-Lösung mit dem dazugehörigen Monitoring, die auch komplexere Aufgaben wie zielgenaues Retargeting oder Lead Generierung und Funnel-basiertes Lead-„Nurturing“ umfasst (also das Konvertieren von anonymen Besuchern zu bekannten potenziellen Kaufinteressenten, und das aktive Entwickeln weiter bis zum Abschluss)? Will man nur bestimmte Kanäle bedienen oder alle relevanten Kanäle nutzen können, wie beispielsweise das Print-Mailing?

 

Der Vorteil von Mautic als Open-Source-Produkt: Hier sind per Definition keine Grenzen gesetzt. Selbst der Versand von Print-Mailings ist möglich. Für eine Event-Kampagne (Sonderverkauf, Messe, Tag der offenen Tür, …) könnte das in der Praxis zum Beispiel so aussehen:

 

Eine Grafik zeigt in aufeinanderfolgenden grünen Balken verschiedene Kanäle bei einer Marketing-Kampagne: vom Werbebrief am Anfang über die Webseite, E-Mail und SMS bis zu einer Postkarte. Print-Mailings und digitale Kanäle bauen aufeinander auf und sind miteinander verzahnt

 

Für diese Verknüpfung zu Brief oder Postkarte hat die Digitalagentur Leuchtfeuer Digital Marketing jetzt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post ein eigenes Print-Mailing-Plugin für Mautic entwickelt, mit dem Briefe und Postkarten direkt aus Marketing Automation-Kampagnen möglich sind  - personalisiert und zum individuell perfekten Zeitpunkt. Das Plugin steht nun Open-Source-konform jedem zur Verfügung und wird auch von Mautic-SaaS Anbietern adaptiert. Ein schönes Beispiel dafür, wie Open-Source Lösungen dezentral im Sinne der Kunden immer weiter verbessert werden.

 

Implementierung erfolgt unproblematisch

Sofern Mautic selbst betrieben werden soll, findet sich die IT-Abteilung in aller Regel sehr einfach zurecht - die üblichen Marktführer in der Infrastruktur werden unterstützt.

 

Die Tatsache, dass selbst gehostet werden kann und EU-basierte SaaS-Anbieter verfügbar sind, begünstigt zudem die Erfüllung der Datenschutz-Anforderungen. Und selbstverständlich ist die Software auch für weitere Erfordernisse wie Double Opt-In oder Tracking-Regelungen gerüstet.

 

Start mit Unterstützung

Etwas mehr Aufmerksamkeit und Erfahrung braucht es für den eigentlichen Einführungsprozess - unabhängig vom Werkzeug. Bei Leuchtfeuer werden daher gemeinsam mit dem Kunden zunächst erste einfache, aber konkrete Anforderungen definiert, aber auch unkonkrete Ideen für die Zukunft bestimmt. Im nächsten Schritt werden die Beteiligten und die Prozesse beschrieben und in Abstimmung mit allen Verantwortlichen die Zuständigkeiten festgelegt. Erst dann wird die Technik implementiert und eingebunden, was vergleichsweise schnell geht. Schließlich werden Schritt für Schritt die ersten Elemente und Kampagnen ausprobiert, gemessen und optimiert und die Erkenntnisse dann für nächste größere Schritte mitgenommen.

 

Und das ist einer der großen Vorteile der Marketing-Automation: Statt langen Vorbereitungsphasen mit hundertprozentiger Implementierung und großem Go-Live startet man schnell und arbeitet agil. Der initiale Roll-Out braucht natürlich etwas Zeit, bis echte Ergebnisse sichtbar werden - je nach Kaufzyklus sogar mehrere Monate. Doch dann kann daraus ein langanhaltendes Erfolgsmodell werden.

 

Ekkehard Gümbel 

Co-Founder der Leuchtfeuer Digital Marketing GmbH,  Hannover

Leuchtfeuer