Blog – Mit Katalogen Begehrlichkeiten wecken

Was macht einen guten Katalog aus?

In Katalogen können spannende Stories zu Marke, Personal oder Produktsortiment erzählt werden. Im Gegensatz zu Teaser-basierter Werbung kann der/die Leser:in so ausführlich in die Facetten des jeweiligen Unternehmens eintauchen. Die Idee besteht darin, ihnen das Artikelspektrum nicht nur zu zeigen, sondern es sie spüren zu lassen, etwa indem man Statements von Kund:innen platziert, die mit einem bestellten Kleidungsstück eine außergewöhnliche Geschichte verbinden, erklärt, welche Musikkünstler:in ein bestimmtes angebotenes Instrument berühmt gemacht hat oder wo die gelisteten Espressomarken ihre Bohnen ernten.

 

Mehr als "nur" Produkte: Der Katalog von Fischer`s Lagerhaus

Als Beispiel für ein authentisches Erlebniskonzept kann der Produktkatalog von Fischer`s Lagerhaus angeführt werden. Er ist thematisch unterteilt in die Länder, aus denen die angebotenen Möbelstücke und Wohnaccessoires stammen. Jeweils werden etwa Land und Leute vorgestellt, Hintergründe zu Kooperationen mit den ausländischen Produzenten dargelegt und auf Stellenwert und Bedeutung des jeweiligen Produktes in der Herstellungsregion eingegangen.

 

Auf einer Seite zu importierten Garten-Trittplatten, die das Team in China entdeckt hat, heißt es etwa: „Beim Vorbeifahren sahen wir diese Natursteinplatten aufgestapelt am Wegesrand. Wir hielten an und unterhielten uns mit dem Handwerker, um mehr über das Produkt zu erfahren. Die Werkstatt sägt Natursteinfindlinge in drei Zentimeter dicke Scheiben.“ Anschließend werden Schleif-, Fräs- und Abflammtechniken des lokalen Produzenten erläutert.

 

Warum lohnen sich Kataloge?

Dass Kataloge nicht nur schön aussehen und zum ausgiebigen Schmökern anregen, sondern auch die Conversion stimulieren, belegt eine Studie des Marktforschungsinstituts Splendid Research. Sie hat ergeben, dass 50 Prozent der Kunden, die einen Katalog anschauen, im Anschluss „häufig“ und jeder Zehnte „immer“ die entsprechende Website besuchen. 91 Prozent derjenigen, die den Online-Shop „immer“ besuchen, kaufen dort auch ein.

 

Christian Hain, Geschäftsführer der Performance-Agentur Collaborative Marketing Club, bescheinigt dem Katalog demnach erhebliches Potenzial  - verweist aber gleichzeitig auf die unterschiedlichen Realisationsvarianten: „Es muss nicht unbedingt der dicke Schinken mit mehreren hundert Seiten sein. Kataloge dürfen durchaus kompakter daherkommen, dafür hochwertiger gestaltet.“

 

Magaloge vereinen Inspiration und Produktwerbung

Exemplare mit bis zu 32 Seiten betrachtet Hain als umfassend genug, um Kund:innen vielfältig zu inspirieren. Die Fachpresse nennt diese Symbiose „Magalog“. „Solche Magaloge eignen sich speziell für Branchen, die mit Emotion und Orientierung arbeiten, wie Fashion oder Home & Living“, ordnet Hain ein.

 

Auch beim Thema Reisen geht es um Gefühle. Dementsprechend brachte der Anbieter Boomerang Reisen kürzlich einen Magalog heraus. Highlights darin: eine riesige Landkarte mit den angebotenen Zielen, Fernweh-Zitate von berühmten Persönlichkeiten und eindrucksvolle doppelseitige Abbildungen von Vulkangipfeln, Meeresschildkröten oder Urwäldern.

 

Betrachtet man reine Online-Shops, so bieten Kataloge oder Magaloge die Chance, das digitale Unternehmen „fassbar“ zu machen und sich dadurch von der Konkurrenz abzuheben. Durch die haptische Dimension, die sich etwa durch hochwertige Oberflächen unterstreichen lässt, wird der Retailer nachhaltiger im Kopf verankert. Die resultierende verbesserte Customer Experience stellt laut dem CMO-Barometer, erhoben von Serviceplan Consulting Group und Facit Research, für 84 Prozent der befragten Marketingdirektoren ein primäres Ziel dar.

 

 

Kataloge als optimale Ergänzung zum Online-Marketing

Die Zeit ist gekommen, Performance-orientiertes Online-Marketing durch Kataloge oder Magaloge qualitativ zu ergänzen. Digitale Potenziale lassen sich dabei problemlos mitdenken  - etwa mit vertikalen Abbildungen, die über das Smartphone nahtlos abfotografiert und über soziale Netzwerke geteilt werden können. Folgende und ähnliche Konversationen sind dann wahrscheinlich: „Wo hast Du das Bild aufgenommen?“ „Aus dem Katalog meiner Lieblingsmarke.“ „Wow, den muss ich auch haben.“ Daneben können innovative Foto- und Drucktechnologien sowie Augmented-Reality-Elemente und QR-Codes den Printkatalog auf ein neues Level heben. Die Möglichkeiten sind also breit gefächert. Man muss sie nur ergreifen.

Redaktion

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